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ODEAN POPE
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Odean Pope (ts), James Carter, (ts, bs) Walter Blanding, (ts) Jeff "Tain" Watts (dr), Terell Stafford, & David Weiss (tr), Lee Smith (b) George Burton (p).
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Einen Musiker wie Odean Pope über all die Jahre einfach
zu vergessen, stellt in dieser schnelllebigen auf Oberflächlichkeit
ausgerichteten Zeit eine kulturelle Todsünde dar. Einen
Tenorsaxofonisten, der als einer der wenigen noch über
eine eigene, sofort identifizierbare Tonsprache verfügt und
dessen ureigene musikalische Philosophie als „Sound Exploration“
in die Analen der Improvisation Einzug hielt. Einen
Meister der Zirkularatmung, einen generationsübergreifend
akzeptierten Heroen der Black Community. Keinen Lautmaler.
Aber einen leisen Stilbildner des modernen Jazz.
Der wahre Stellenwert des Odean Pope lässt sich vielleicht
an der Liste jener Kollegen ermessen, die ihm über all die
Jahre hinweg ihre Referenz als Sidemen erweisen. So verfügt
der am 24. Oktober 1938 im Städtchen Ninety Six in North
Carolina geborene und in der lebendigen Jazzszene Philadelphias
aufgewachsene Gentleman über ein geradezu atemberaubendes
Portfolio an Namen, die sich in der Vergangenheit
an seiner Seite tummelten: John Coltrane, Lee Morgan,
Jimmy Smith, Philly Joe Jones, Elvin Jones, Dizzy Gillespie,
Chet Baker, Benny Golson, Grover Washington Jr., McCoy Tyner,
Clark Terry, Louis Bellson, Abbey Lincoln, Stevie Wonder,
Aretha Franklin, Roland Kirk, Freddie Hubbard, Joe Lovano
oder Michael Brecker. In den Bands des legendären Drummers
Max Roach besetzte er über Jahrzehnte hinweg den
Saxofonpart, in der groß dimensionierten Gruppe Saxophone
Choir fungierte er als deren Zentralfigur. Dass in Person
von Archie Shepp sogar einer der mithin kämpferischsten
und bekanntesten Vertreter der afroamerikanischen Musik
die Linernotes zu „Odean’s List“ verfasst hat, liefert ein beredtes
Zeugnis über Odean Popes Renommee ab.
Shepp (geboren 1937) nennt Pope darin eine seiner erklärten
Lieblingsstimmen am Tenorsaxofon, erinnert in seiner
ureigenen Art an die gemeinsame Teenagerzeit in Philadelphia,
dessen Dauerpartner Hasaan Ibin Ali (Piano) und die
sonntäglichen Sessions im Dogtown-Club. Dass der Tenorsaxofonist
bis heute nichts von seiner Klasse eingebüßt hat,
stellt die CD auf bemerkenswerte Art unter Beweis. Sowohl
als Instrumentalist wie auch als Komponist (bis auf „Little
Miss Lady“ von Eddie Green & Say It over and Over Again
von Frank Loesser” stammen alle Stücke aus seiner Feder)
und Arrangeur offenbart Odean Pope eine derart frappierende
Flexibilität und Leichtigkeit, dass einem manch andere
Leaderprojekte im Vergleich dazu wie holprige Gehversuche
vorkommen müssen. Was Wunder, bei einem Ensemble
von dieser erlesenen Brillanz: James Carter (Baritonsaxofon),
Jeff „Tain“ Watts (Drums), Terell Stafford (Trompete), Walter
Blanding (Tenorsaxofon), David Weiss (Trompete), Lee Smith
(Bass) und George Burton (Piano) entwickeln zusammen mit
Odean Pope die Power einer kleinen Big Band, schaffen sich
jedoch in veränderten Besetzungen gegenseitig auch alle
Freiheiten, um solistische Glanzlichter setzen zu können.
Pope sei einer, der es immer noch verstehe, Musik als akzeptierte
Kunstform in einer freien Gesellschaft zu verankern,
urteilt Archie Shepp. Deshalb bezeichnet er „Odean’s List“ als
einen weiteren Meilenstein auf dem Weg eines der besten
Jazzmusiker der Vergangenheit und Gegenwart. Und auch
Odean Pope straft sich mit seinem neuen Werk lächelnd
selber Lügen. „Musik ist wie der Wind“, lautet einer seiner
bekanntesten Zitate. „Kaum hört man sie, ist sie auch schon
wieder verschwunden.“ Diese hier wird bleiben. Garantiert. |
| Audio-CD / 17.50 € |
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ODEAN POPE
> Odean's List <
IOR CD 77102-2
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TITLES:
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Minor Infractions
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To The Roach
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Phrygian Love Theme
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Say It Over And Over Again
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Little Ms Lady
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Blues For Eight
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